Die Geschichte des Taekwondo

Soo Bakh Do: Yi-dynasty (ca.1392)
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Taekwon-Do ist eine koreanische Kampfkunst, die sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt hat. Um die Entstehung des Taekwon-Do zu beschreiben, muß man sich etwas mit der Geschichte Koreas beschäftigen.
In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten war das Gebiet des heutigen Korea in drei Königreiche aufgeteilt: Koguryo im Norden, Baek Je im Südwesten und Silla im Südosten, wobei Koguryo flächenmäßig bei weitem das größte war.
Dies führte dazu, daß die beiden südlichen Länder Baek Je und Silla in ständiger Wachsamkeit gegen die militärische und wirtschaftliche Bedrohung aus dem Norden lebten. Vor allem für Silla wirkte sich dies insofern positiv aus, als die eigene Kraft und Stärke in jeder Beziehung erhalten und verbessert werden mußte. Man erkannte hier, daß eine geistige Überlegenheit die Grundlage für das Widerstandsvermögen gegen den Norden war, und so entwickelte man vielerlei Systeme, die die geistige Substanz des Volkes nährten und verbesserten. Zu diesem Zweck wurde unter anderem im 6. Jahrhundert n. Chr. von dem König Chin-Hung das Hwarang-Do gegründet, eine Organisation, in der die talentierte Jugend der damaligen Zeit aufgenommen und im Ideengut des Zen unterrichtet wurde. Dieses Ideengut wendete man auf verschiedene Künste, Wissenschaften und die Selbstverteidigung an. Damit war der Grundstein für die
######### Entstehung des Taekwon-Do gegeben. Für die Hwarang-Do-Bewegung resultierte aus dem Gedankengut des Zen eine unüberwindbare Stärke, die schließlich zu einer friedlichen Vereinigung der drei Königreiche unter der Leitung Sillas ührte. In der folgenden Silla-Dynastie wurde Soo Bak Gi und Taek Kyon zur nationalen Kriegskunst erklärt, in der jährlich Wettkämpfe ausgetragen wurden, um den besten Kämpfer zu ermitteln. Der Wettkampfsieger erhielt einen bedeutenden Posten in der Regierung. Auch während der Koryo-Dynastie (918 – 1392 n. Chr.) erfreuten sich die kriegerischen Künste großer Beliebtheit. Somit wurde das Taekyon fast 800 Jahre lang weitergepflegt und perfektioniert. In der folgenden Yi-Dynastie (1393 – 1910 n. Chr.) wurde jedoch alles, was mit dem Militär zu tun hatte, abgewertet.
Da aber der äußere Anlaß der Auseinandersetzung mit den Nachbarstaaten im Laufe der Zeit verschwand, erlahmte die schöpferische Kraft des Volkes, und die Entwicklung des Do stagnierte.
Als im 14. Jahrhundert die Lee-Dynastie folgte, wurde das Taekyon nur noch von kleinen Gruppen am Leben erhalten.
Im Jahr 1910 erfolgte die Besetzung Koreas durch japanische Truppen, und Taekyon wurde in seiner öffentlichen Ausübung verboten. Damit war aber der äußere Anlaß, der das Taekyon zu seiner einstigen Blüte geführt hatte, wieder gegeben: die Bedrohung von außen. Gerade das führte dazu, daß das Taekyon von neuem ausgeübt und gepflegt wurde und auch diese schlimme Zeit ohne Schaden überstand. Nach der Niederlage der Japaner 1945 war das Interesse vorhanden, das Taekyon der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und es erfolgte schnell eine allgemeine Verbreitung. In dieser Zeit entstand eine Bewegung unter der Führung von General Choi, Hong Hi mit der Aufgabe, das Taekyon neu zu ordnen und eine umfassende äußere Organisation zu entwerfen. Im Rahmen dieser Neuordnung änderte er auch unter Mithilfe eines Komitees, dem bedeutende Persönlichkeiten Koreas angehörten, den Namen des Taekyon in Taekwon-Do, was soviel wie “der Weg des Fußes und der Hand” heißt. Zwischen 1950-1953 entwickelten die Meister Südkoreas unter Leitung von General Choi Hong Hi ein neuen Kampfsport nach dem japanischem Modell. Taekwondo vereinte die bestehenden Stilrichtungen Chang Hon Yu, Chang Moo Kwan, Chung Do Kwan, Chi Do Kwan, Oh Do KWan, Yul Kwan Sool, Kang Duk Kwan, Yun Moo Kwan und andere. 1955 führte dann General Choi Hong Hi im Auftrag der südkoreanischen Regierung Taekwondo als Nationalsport ein.Die Disziplin wurde schnell zum koreanischen Volkssport und als Pflichtfach auch an allen Militärakademien und Polizeischulen des Landes gelehrt. Ein Graduierungssystem (Dan Gup Jedo) wird gegründet und Regeln für den Wettkampf erstellt und 1961 wird General Choi Hong Hi der erste Präsident der Korean Taekwondo Association (KTA). 1965 brach eine Abordnung höchster Danträger von Korea auf, um das Taekwondo in der ganzen Welt zu verbreiten. Seit dieser Zeit wird diese koreanische Kampfkunst auch in Europa unterrichtet. In der deutschen Delegation von Choi Hong Hi war übrigens auch Großmeister Jae-Hwa Kwon.
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damalige Königreiche in Korea:1.Koguryo (37 B.C. – 668 A.D.)

2.Baek je (18 B.C. – 600 A.D.)

3. Silla (57 B.C. – 936 A.D.)
inhaltliche Auszüge von: Volksho

Taekwondo Geschichtsdaten in chronologischer Reihenfolge


16.Sept. 1961
Die “Korea Taekwondo Association” (KTA) wird gegründet
1966
Die International Taekwon-Do Federation (ITF) wird gegründet.
Das Kampfsystem bleibt bis 1974 ohne Kontakt
1972
General Choi Hong Hi verlegt den Sitz der ITF nach Kanada auf Grund von innerpolitischen Streitigkeiten in Korea. Er läßt seine Familie dort zurück.
1972
General Choi Hong Hi entwickelt die Hyong bis 1974 weiter und führt 4 weitere Formen (Eui-Am, So-San, Yon-Gae und Mun-Mu) ein. Damit schuf er die 24 Stundenphilosophie, der die neuartigen Tuls (neuere Form der Hyong) unterliegen. In den frühen 80er wird die Form “Ko-Dang Hyong” (Nr. 18) durch die Form “Juche Hyong” ersetzt, zu Ehren des Nordkoreanischen Staatspräsidenten.
30.Okt. 1972
Das Kukkiwon (jetziger Sitz der World Taekwondo Federation) wird fertig gestellt
25.-27. Mai 1973
Die erste Taekwondo Weltmeisterschaft wird von der KTA organisiert und findet in Seoul statt. 19 Länder nehmen Teil:
Österreich, Brunei, Kanada, Chinese Taipei, El Slavador, Frankreich, Guatemala, Hong Kong, Ivory Coast, Khmer, Malaysia, Mesiko, die Philippinen, Japan, Singapore, Uganda, U.S.A., West-Deutschland und Korea.
28. Mai 1973
Die World Taekwondo Federation (WTF) wird gegründet auf Grund der ersten Taekwondo Weltmeisterschaft bei einem Treffen im Kukkiwon von 35 Repräsentanten aus verschiedenen Ländern. Dr. Un Yong Kim, der Präsident der KTA wird ebenfalls Präsident der WTF. Bei diesem Treffen werden ebenfalls Regeln und Vereinbarungen getoffen. Insbesondere wird ein Kampfsystem eingeführt, wobei die Kämpfer Westen tragen und Faustschläge zum Kopf verboten sind.
3. Juni 1973
Das Sekretariat der WTF wird ins Kukkiwon verlegt und bildet den Hauptsitz der WTF.
1974
Die ITF führt das Kampfsystem mit Semi-Kontakt ein
18. Okt. 1974
Die erste “Asian Taekwondo Championships” wird im Kukkiwon veranstaltet mit über 10 teilnehmenden Ländern.
28.-31.Aug. 1975
Die zweite “World Taekwondo Championships” wird im Kukkiwon und Jangchoong Gymnasium in Seoul veranstaltet mit über 165 Teilnehmern aus 30 Ländern.
5.-8. Okt. 1975
Die WTF wird ein Mitglied der “General Association of the International Sports Federation“ (GAISF)
1976
In Korea wird von der Hyong auf Poomse umgestellt
9. April 1976
Das “Counseil International Sportive Militaire” (CISM) nimmt Taekwondo als die 23. Sportart auf.
21. Mai 1976
Die “European Taekwondo Union“(ETU) wurde in Barcelona (Spanien) von 12 europäischen Ländern gegründet.
22.-23. Mai 1976
Die erste “European Taekwondo Championship” wird in Barcelona (Spanien) veranstaltet. 11 Ländern nehmen daran teil.
5. Aug. 1976
Das erste MagazinWorld Taekwondo” wird von der WTF herausgegeben.
16.-17. Okt. 1976
Die zweiten “Asian Taekwondo Championships” werden in Melboune (Australien) mit 10 Ländern veranstaltet.
15-17. Sept. 1977
Die dritte ”World Taekwondo Championship” findet im Amphitheater in Chicago (USA) statt. Über 720 Teilnehmern aus 46 Ländern nehmen teil.
8.-10. Sept. 1978
Die dritten “Asian Taekwondo Championship” werden im McPherson Stadium in Hong Kong abgehalten. 143 Teilnehmer aus 11 Ländern nehmen teil.
17.-22 Sept. 1978.
Die ersten “Pan American Taekwondo Championships” werden in Mexico City (Mexico) abgehalten. 152 Teilnehmer aus 10 Ländern treten an.
20.-22. Okt.1978
Die zweiten “European Taekwondo Championship” werden in München (Deutschland) ausgetragen. 195 Teilnehmer aus 14 Ländern kämpfen um den Sieg.
10.12. April
1979
Die “African Taekwondo Union” wurde in Abidjan mit 12 afrikanischen Gründerstaaten gegründet beim ersten “African Taekwondo Championships” vom 12.-13. April.
22. Okt. 1979
Präsident Dr. Un Long KIM wird als “Chairman of Other Sports Federations” von der GAISF gewählt in Monaco.
26.28. Okt. 1979
Die vierte “World Taekwondo Championships” wird in der Sindelfingen Sporthalle in Stuttgart (Deutschland) mit 453 Teilnehmern aus 38 Ländern veranstaltet.
15.-16. April 1980
Die Programm Kommission des IOC beschließt beim Treffen in Lausanne, dass über einen Antrag, die WTF anzuerkennen, verhandelt wird.
17. Juli 1980
Die IOC erkennt offiziell die WTF bei ihrer 83-zigsten Sitzung in Moskau an.
14.-17. Okt. 1980
Die dritte “European Taekwondo Championship” wird in Kopenhagen (Dänemark) mit 14 teilnehmenden Ländern veranstaltet.
1.-6. Nov. 1980
Die erste “World Military Taekwondo Championships” (CISM) wird im Jangshoong Gymnasium in Seoul mit 10 teilnehmenden Ländern veranstaltet.
14.-16. Nov. 1980
Die vierte “Asian Taekwondo Championship” wird im Municipal College Gymnasium in “Chinese Taipei” mit 70 Kämpfern aus 9 Ländern veranstaltet.
1981
Die Deutsche Taekwondo Union entsteht aus der Sektion “Taekwon-do” des Deutschen Judo Bundes
17.-18. Jan. 1981
Die zweiten “Pan Ameriican Taekwondo Championships” finden in Houston (Texas) statt mit 14 Ländern die teilnehmen.
10. März 1981
Der Name des offiziellen WTF-Magazins wird von “World Taekwondo” in “WTF Taekwondo” umgenannt.
29.-31. Juli 1981
Die ersten ”World Games” werden im Toso Pavilion in Californien (USA) mit 285 Teilnehmern aus 14 Ländern ausgetragen.
1982
Die Deutsche Taekwondo Union (DTU) wird Mitglied im Deutschen Sportbund (DSB)
1.-5. Feb. 1982
Dr. Un Yong KIM wird als ein Mitglied der “Olympic Movement Commission von der IOC” in Los Angeles gewählt.
24.-27. Feb. 1982
Die fünfte “World Taekwondo Championship” wird in Guayaquil (Equador) mit über 500 Teilnehmern aus 50 Ländern ausgetragen.
23.-26 Sept. 1982
Die vierte “European Taekwondo Championship” wird im Palazetto dello Sport in Rom (Italien) mit über 242 Teilnehmern aus 14 Ländern veranstaltet.
12.-17. Okt. 1982
Präsident Dr. Un Yong KIM wird als “Executive Council” Mitglied der GAISF wiedergewählt für eine 2-Jahresperiode.
29. Nov 1983
Die “International Taekwondo Academy” wurde gegründet.
30. Dez. 1983
Die WTF wurde bei der IAKS (International Organization of Sports and Leisure Facilities) aufgenommen.
5. Juni 1985
Der IOC integriete Taekwondo als eine Demonstrationssportart bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988.
3. Sep. 1985
Die WTF beschloss das der “World Cup Taekwondo” jedes Jahr veranstaltet wird.
3. Juli 1986
Der erste “World Cup Taekwondo” wurde in Colorado Spring (USA) veranstaltet.
29. Nov. 1986
Die erste “World University Taekwondo Championships” wurde veranstaltet.
17. Sept. 1988
Taekwondo ist eine Demonstrationssportart mit 192 Teilnehmern aus 35 Ländern bei den vierundzwanzigsten Olympischen Spielen.
26. April 1989
Das “Executive Board” des IOC genehmigt Taekwondo als eine Demonstrationssportart bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona.
23. Juli 1992
Der WTF Präsident Dr. Un Yong KIM wird Vize-Präsident von der IOC bei der 99-zigsten Sitzung des IOC.
30. Juli 1992
Taekwondo nimmt als eine Demonstartionssportart mit 128 Teilnehmern aus 39 Ländern bei den fünfundzwanzigsten Olympischen Spielen 1992 teil.
4. Sept. 1994
Taekwondo wird ein Teil des offiziellen Sportprogramms der Olympischen Spielen 2000 in Sydney durch eine Abstimmung bei der 103-ten Sitzung des IOCs in Paris.Der Westen-Vollkontakt-Wettkampf bei den Olympischen Spielen 2000 erstmals Voll-Olympisch werden.
1995
Die WTF (Südkorea) setzt die DTU unter Druck, damit diese das bis dahin bevorzugte Formensystem des Choi Hong Hi (Hyong) auf Poomse umstellt. Druckmittel ist die Teilnahme der deutschen Sportler an den Olympischen Spielen.
2000
Die Taekwondo-Sportler aus der DTU (2 Männer/ 1 Frau) werden als einzige Verbandssportler zu den Olympischen Spielen zugelassen. Faissal Ebnoutalib (80kg) holt dabei die erste deutsche Olympia-Taekwondo-Medaille (Silber) für Deutschland.

Quelle: www.taekwondo.de